„Carbs sind Carbs“ – Warum dich dieser Denkfehler im Rennen Leistung kostet

Mythos oder Wahrheit: Kohlenhydrate sind Kohlenhydrate – egal ob Gel, Flasche, Riegel, Banane oder Haribo?

PMP Coaching | Radsport-Ernährung | Fueling Strategie | Mythos oder Wahrheit

Der Mythos: Kohlenhydrate sind Kohlenhydrate. Egal ob Gel, Drinkmix, Riegel, Banane oder Haribo – Hauptsache Zucker rein.

Die Wahrheit: Dieser Satz stimmt nur auf dem Papier. Im Rennen entscheidet nicht nur, wie viele Kohlenhydrate du planst, sondern ob du sie bei Intensität, Hitze, Stress und müdem Magen wirklich reinbekommst.

Kurzfazit

Die Kohlenhydratmenge bestimmt dein Potenzial. Die Darreichungsform entscheidet, ob du dieses Potenzial nutzen kannst.

Flasche = planbar. Gel = präzise. Riegel = alltagstauglich, aber intensitätskritisch. Banane = günstig, aber voluminös. Haribo = praktisch, aber unpräzise.

Die beste Strategie ist fast nie ein einzelnes Produkt. Sondern ein System.

Vergleich Kohlenhydratquellen im Radsport: Gel, Flasche, Riegel, Banane und Haribo

Inhaltsverzeichnis

1. Warum „Carbs sind Carbs“ gefährlich halb wahr ist

Der Denkfehler ist simpel: 1 Gramm Kohlenhydrate liefert rund 4 kcal. Also müsste es egal sein, ob diese Kohlenhydrate aus einem Gel, einer Flasche, einem Riegel, einer Banane oder einer Handvoll Haribo kommen.

Nur: Dein Körper ist kein Reagenzglas. Und dein Rennen ist kein Labor.

Zwischen „ich habe 90 g/h geplant“ und „diese 90 g/h kommen auch wirklich an“ liegen mehrere limitierende Faktoren:

  • Magenentleerung
  • Darmtransport
  • Trinkmenge
  • Intensität
  • Temperatur
  • Stress
  • Handling auf dem Rad
  • individuelle Verträglichkeit
Klartext:
Viele Fahrer scheitern nicht daran, dass sie zu wenig über Kohlenhydrate wissen. Sie scheitern daran, dass sie die Umsetzung im Rennen unterschätzen.

2. Was im Körper wirklich passiert

Kohlenhydrate während Belastung helfen dir vor allem über drei Wege:

  1. Blutzucker stabilisieren: Du reduzierst das Risiko für Leistungseinbruch, Heißhunger und mentale Aussetzer.
  2. Exogene Kohlenhydrate nutzen: Ein Teil der Energie kommt direkt aus dem, was du während der Belastung zuführst.
  3. Finish-Leistung stützen: Gerade bei langen Events ist Fueling oft der Unterschied zwischen „kontrolliert durchziehen“ und „nur noch überleben“.

Der Engpass ist dabei häufig nicht der Muskel, sondern der Darm. Glukose und Fruktose nutzen unterschiedliche Transportwege. Deshalb können Mischungen aus Glukose/Maltodextrin und Fruktose bei höheren Zielmengen sinnvoll sein.

Merksatz:
Dein Darm muss dein Fueling genauso trainieren wie deine Beine deine Wattwerte.

Je höher die Intensität, desto weniger dankbar ist dein Verdauungssystem. Blut wird stärker in Richtung Muskulatur und Thermoregulation gebraucht. Gleichzeitig willst du mehr Kohlenhydrate aufnehmen. Genau da entstehen viele Probleme.

Konsequenz:
Je härter das Rennen, desto einfacher, flüssiger und präziser sollte dein Fueling sein.

3. Der echte Vergleich: Wo die Unterschiede wirklich entstehen

Die meisten vergleichen Produkte nach „Zucker = Zucker“. Das ist zu simpel. Entscheidend sind fünf Faktoren:

  • Aufnahmegeschwindigkeit: Wie schnell kommt die Energie wirklich an?
  • Magenbelastung: Wie viel Verdauungsarbeit entsteht?
  • Praktikabilität: Kannst du es im Rennen überhaupt sauber nutzen?
  • Dosierbarkeit: Weißt du exakt, wie viele Gramm pro Stunde du zuführst?
  • Fehleranfälligkeit: Wie schnell wird aus einem Plan ein Magenproblem?
Option Größter Vorteil Größter Nachteil Beste Anwendung Risiko
Flasche / Drinkmix Planbar, gleichmäßig, kein Kauen Abhängig von Trinkmenge und Konzentration Basis-Fueling Mittel
Gel Präzise, kompakt, rennpraktisch Konzentriert, oft Wasser nötig Intensive Rennphasen Mittel bis hoch
Riegel Sättigend, echtes Essen Kauen, langsamere Verdauung Lange ruhige Belastungen Hoch bei Intensität
Banane Günstig, verfügbar, gut akzeptiert Volumen, Ballaststoffe, Handling Training, frühe Radmarathon-Phase Mittel
Haribo Günstiger schneller Zucker Unpräzise, klebrig, keine Elektrolyte Abwechslung, Backup Mittel

Der entscheidende Punkt

Die beste Kohlenhydratquelle ist nicht die schnellste. Sondern die, die unter Rennbedingungen am stabilsten funktioniert.

4. Flasche / Drinkmix – das unterschätzte System

Die Flasche ist nicht sexy. Kein fancy Wrapper, kein Profi-Foto, kein „Race Gel“-Gefühl. Aber sie ist oft das stärkste Fundament für strukturiertes Fueling.

Vorteile

  • Kontinuierliche Aufnahme: Du kannst regelmäßig kleine Mengen zuführen, statt den Magen stoßweise zu belasten.
  • Kein Kauen: Bei hoher Intensität ein riesiger Vorteil.
  • Planbarkeit: Du weißt exakt, wie viele Gramm Kohlenhydrate in welcher Flasche sind.
  • Kombination mit Natrium möglich: Gerade bei Hitze und langen Events wichtig.
  • Wenig Handling-Stress: Greifen, trinken, fertig.

Nachteile

  • Abhängig von Trinkmenge: Trinkst du weniger, kommen auch weniger Kohlenhydrate rein.
  • Konzentration kritisch: Zu viel Pulver in zu wenig Flüssigkeit kann den Magen stressen.
  • Bei Kälte problematisch: Viele Fahrer trinken dann zu wenig.
  • Bei Hitze nicht automatisch perfekt: Hochkonzentrierte Flaschen plus wenig Wasser sind ein klassischer Fehler.

Typische Fehler

  • „Ich pack einfach 100 g in eine Flasche.“
  • Keine zusätzliche Wasserstrategie bei Hitze.
  • Flaschen verlieren und damit den kompletten Fueling-Plan verlieren.
  • Zu wenig trinken, weil es kalt ist oder im Rennen hektisch wird.
Realität:
Die Flasche ist oft die beste Basis. Aber nur, wenn dein Trinkverhalten, die Konzentration und die Rennbedingungen dazu passen.

5. Gel – maximale Präzision, aber kein Freifahrtschein

Gels sind die Rennwaffe unter den Kohlenhydratquellen. Klein, schnell, präzise. Genau deshalb werden sie so oft genutzt. Aber: Ein Gel ist kein Upgrade, nur weil es nach Performance aussieht.

Vorteile

  • Exakte Dosierung: Du weißt meist sehr genau, wie viele Gramm pro Gel kommen.
  • Kompakt: Viele Kohlenhydrate auf wenig Raum.
  • Rennpraktisch: Ideal vor Anstiegen, Attacken oder intensiven Phasen.
  • Kein Kauen: Vorteil bei hoher Atmung und hoher Intensität.
  • Timing: Du kannst Gels gezielt einsetzen, statt „irgendwann irgendwas“ zu essen.

Nachteile

  • Hohe Konzentration: Viele Gels sind sehr süß und dicht.
  • Wasserbedarf: Ohne Flüssigkeit können sie schwerer liegen.
  • Individuelle Verträglichkeit: Fruktose, Säure, Süßstoffe, Koffein und Konsistenz können Probleme machen.
  • Geschmacksermüdung: Nach mehreren Stunden kann „noch ein Gel“ mental hart werden.
  • Verpackung: Klebrig, nervig, im Rennen nicht immer sauber zu handhaben.

Was viele unterschätzen

  • Koffein-Gels: Können sinnvoll sein, aber auch Magen und Nervosität triggern.
  • Fruktosemenge: Hilft bei hoher Zufuhr, ist aber individuell unterschiedlich verträglich.
  • Gels plus süßer Drinkmix: Kann schnell zu viel Konzentration auf einmal werden.
Klartext:
Gels sind kein Wundermittel. Sie sind ein Werkzeug. Und Werkzeuge muss man beherrschen.

6. Riegel – nicht schlecht, aber oft komplett falsch eingesetzt

Riegel haben im Radsport ein Imageproblem. Die einen halten sie für „echtes Essen“, die anderen für veraltet. Beides ist zu simpel.

Vorteile

  • Sättigung: Gerade bei langen Fahrten angenehmer als nur süße Flüssigkeit.
  • Mentaler Vorteil: Viele Athleten brauchen irgendwann etwas zum Beißen.
  • Gute Trainingsoption: Für lange Grundlagenfahrten oft sehr praktikabel.
  • Abwechslung: Reduziert Gel-Müdigkeit und Süß-Ekel.

Nachteile

  • Kauen: Bei hoher Intensität einfach nervig bis unmöglich.
  • Langsamere Verdauung: Feste Nahrung bleibt tendenziell länger im Magen.
  • Zusammensetzung: Viele Riegel enthalten Fett, Protein oder Ballaststoffe. Im Alltag okay, im Rennen nicht immer.
  • Temperatur: Manche Riegel werden bei Kälte hart und bei Hitze weich.
  • Timing kritisch: Im falschen Moment gegessen, wird der Riegel zur Belastung.

Der häufigste Fehler

Riegel werden oft zu spät und zu hart eingesetzt: im Anstieg, bei Schwelle, im Finale oder wenn die Gruppe gerade Druck macht.

Merksatz:
Riegel sind nicht schlecht. Sie werden nur oft im falschen Moment gegessen.

Best Use: Lange Trainingsfahrten, frühe Phase eines Radmarathons, ruhigere Abschnitte, Tage mit niedrigerer Intensität.

7. Banane – der Klassiker, aber kein neutrales Wundermittel

Die Banane ist die wahrscheinlich traditionsreichste Kohlenhydratquelle im Ausdauersport. Günstig, überall verfügbar, kein Marketing-Bullshit. Und ja: Sie funktioniert.

Aber sie ist nicht automatisch ideal, nur weil sie natürlich ist.

Vorteile

  • Günstig: Preis-Leistung ist kaum zu schlagen.
  • Verfügbar: Supermarkt, Tankstelle, Verpflegungsstation.
  • Gut akzeptiert: Viele vertragen Bananen im Training problemlos.
  • Echtes Essen: Mental angenehmer als stundenlang nur Gels.
  • Kalium und Mikronährstoffe: Nett, aber im Rennen nicht der Hauptgrund.

Nachteile

  • Volumen: Eine Banane füllt mehr Magen als ein Gel mit ähnlicher Kohlenhydratmenge.
  • Ballaststoffe: Nicht viel, aber genug, um bei Intensität relevant zu werden.
  • Schwankender Kohlenhydratgehalt: Größe und Reifegrad machen einen Unterschied.
  • Handling: Schälen, essen, Schale loswerden – bei Tempo nicht ideal.
  • Textur: Bei Hitze matschig, bei Druck in der Tasche unattraktiv.

Realitätscheck

  • Banane im Training: top.
  • Banane früh im Radmarathon: möglich.
  • Banane bei 300 Watt am Berg: eher Quatsch.
  • Banane im Kriterium: praktisch irrelevant.
Klartext:
Die Banane ist kein Performance-Produkt. Sie ist ein solides Trainings-Lebensmittel und ein brauchbarer Baustein für lange, ruhigere Belastungen.

8. Haribo – der „funktioniert irgendwie“-Hack

Haribo und andere Gummis werden im Radsport immer beliebter. Kein Wunder: günstig, überall verfügbar, schmeckt, liefert Zucker. Für viele wirkt es wie das Low-Budget-Gel.

Ganz falsch ist das nicht. Aber perfekt ist es auch nicht.

Vorteile

  • Schnell verfügbare Kohlenhydrate: Zucker ist grundsätzlich nutzbar.
  • Günstig: Deutlich billiger als viele Sportprodukte.
  • Abwechslung: Mental oft angenehmer als noch ein Gel.
  • Kaum Fett: Für Belastung besser als viele klassische Snacks.
  • Einfach zu bekommen: Supermarkt, Tankstelle, Verpflegung.

Nachteile

  • Unpräzise Dosierung: Du musst wissen, wie viele Gramm Kohlenhydrate du wirklich isst.
  • Kauen nötig: Bei hoher Intensität schlechter als Gel oder Flasche.
  • Klebrig: Gerade bei Hitze und Schweiß nervig.
  • Keine Elektrolyte: Haribo ersetzt keine Trink- und Natriumstrategie.
  • Kein strukturiertes System: Ohne Plan wird daraus schnell „ich snacke halt mal“.

Der größte Nachteil

Du verlierst leicht die Kontrolle:

  • Wie viel hast du gegessen?
  • Wie viel brauchst du noch?
  • Wie passt das zur Flasche?
  • Wie viel Flüssigkeit kommt dazu?
Realität:
Haribo kann funktionieren. Aber eher als pragmatische Ergänzung oder Backup, nicht als alleinige High-Performance-Strategie.

System vs. Chaos

Ansatz Was passiert? Bewertung
Strukturiert: Flasche + Gel Planbare Gramm pro Stunde, gutes Timing, weniger Zufall Sehr stark für Wettkampf
Hybrid: Flasche + Gel + feste Optionen früh Planbar plus Abwechslung Sehr stark für lange Events
Random: Banane, Haribo, Riegel nach Gefühl Kann funktionieren, ist aber schwer steuerbar Okay im Training, riskant im Rennen

9. Warum du nicht einfach essen solltest wie ein Profi

Viele Hobbyfahrer schauen auf Profis und denken: „Die fahren 100 bis 120 g/h, also mache ich das auch.“

Das Problem: Du siehst das Ergebnis. Aber nicht das System dahinter.

Profis kopieren ist gefährlich, wenn du nur die Zahl kopierst – aber nicht den Prozess.

Was Profis anders machen

Faktor Radprofi Hobbyfahrer
Darmtraining systematisch und regelmäßig oft kaum vorhanden
Fueling-Test unter Rennbedingungen oft nur locker auf der Sonntagsrunde
Produktauswahl abgestimmt auf Team, Rennen und Athlet oft zufällig oder nach Instagram
Betreuung Sportwissenschaft, Ernährung, Teamcar Selbstversorgung, Tankstelle, Trikottasche
Alltag Training und Regeneration sind Job Job, Familie, Schlafdefizit, Stress

Was du dir von Profis abschauen solltest

  • Fueling ist geplant: Nicht warten, bis Hunger kommt.
  • Kohlenhydrate werden trainiert: Der Darm passt sich an.
  • Timing ist entscheidend: Vor Belastungsspitzen zuführen, nicht erst danach.
  • Einfachheit gewinnt: Je härter die Phase, desto einfacher die Form.

Was du dir besser nicht abschauen solltest

  • Extreme Mengen ohne Vorbereitung: 100+ g/h sind kein Startpunkt.
  • Nur Gels ohne Wasserstrategie: Das kann schiefgehen.
  • Profiprodukte blind kopieren: Nicht jedes Produkt passt zu deinem Darm.
  • Rennstrategie ohne Logistik: Profis haben Betreuer, du hast zwei Flaschenhalter.

Unterschied nach Leistungslevel

Level Typisches Problem Sinnvoller Fokus
Hobbyfahrer zu wenig und zu spät essen einfache Routine, 30–60 g/h lernen
Engagierter Hobbyfahrer Inkonsistenz, Produkt-Hopping 60–90 g/h testen, Flasche + Gel strukturieren
Hobby-Rennfahrer / Amateur hohe Intensität, GI-Risiko wettkampfspezifisches Fueling, Darmtraining
Profi maximale Aufnahme bei maximaler Belastung hochindividualisierte Strategie, Betreuung, Monitoring

Die Wahrheit

Je besser du wirst, desto wichtiger wird Fueling. Aber auch desto individueller.

Profi-Strategien sind Inspiration. Kein Copy-Paste-Plan.

10. Training vs. Wettkampf

Im Training funktioniert vieles, weil der Stress niedriger ist. Du kannst langsamer essen, anhalten, trinken, sortieren. Im Rennen muss es funktionieren, während du Leistung bringst.

Option Training Wettkampf Testpflicht
Flasche perfekt zum Üben von g/h starke Basis hoch bei hoher Konzentration
Gel gezielt bei Intensität testen sehr stark sehr hoch
Riegel gut bei langen ruhigen Fahrten nur früh oder ruhig mittel bis hoch
Banane sehr gut und günstig situativ mittel
Haribo okay als günstige Zuckerquelle Backup oder Abwechslung mittel
Der größte Fehler:
Dein A-Rennen ist kein Produkttest.

11. Hitze vs. Kälte

Bei Hitze

Hitze macht Fueling anspruchsvoller. Du brauchst mehr Flüssigkeit, dein Magen wird empfindlicher und hochkonzentrierte Lösungen können schneller zum Problem werden.

  • Flasche: stark, aber nicht zu konzentriert.
  • Gel: nur mit ausreichender Flüssigkeit sinnvoll.
  • Riegel: oft trocken, schwer, unattraktiv.
  • Banane: kann matschig werden und bleibt voluminös.
  • Haribo: kann klebrig werden und Handling nerven.

Bei Kälte

Bei Kälte sinkt oft die Trinkmenge. Dadurch wird eine reine Flaschenstrategie riskant, weil mit der Flüssigkeit auch die Kohlenhydrate fehlen.

  • Flasche: gut, aber Trinkrhythmus bewusst setzen.
  • Gel: praktisch, kann aber zäher werden.
  • Riegel: möglich, manche werden hart.
  • Banane: brauchbar, wenn Handling passt.
  • Haribo: okay, kann aber härter werden.
Wetter-Merksatz:
Deine perfekte Strategie bei 25 Grad kann bei 5 Grad komplett versagen.

12. Kurz, mittel, lang: Was passt wann?

Kurz und hart: 60 bis 120 Minuten

Hier brauchst du kein Buffet. Starte gut gefüllt, nutze eine passende Flasche und eventuell ein Gel. Banane, Riegel und Haribo sind meistens unnötig oder unpraktisch.

Empfehlung: Drinkmix plus optional Gel.

Mittellang: 2 bis 4 Stunden

Jetzt wird strukturierte Zufuhr wichtig. Flasche plus Gel ist meistens die sauberste Basis. Banane, Riegel oder Haribo können funktionieren, sollten aber bewusst eingesetzt werden.

Empfehlung: Flasche als Basis, Gels für Präzision, feste Optionen eher früh.

Lang: Radmarathon, Gran Fondo, 4+ Stunden

Bei langen Events geht es nicht nur um maximale Aufnahme, sondern um Wiederholbarkeit. Was kannst du vier, fünf oder sechs Stunden lang aufnehmen, ohne dass Magen oder Kopf aussteigen?

Empfehlung: Früh Banane oder Riegel möglich. Später zunehmend flüssiger und präziser: Drinkmix und Gels. Haribo als Abwechslung oder Backup, wenn getestet.

Die einfache Rennlogik

Je härter das Rennen, desto flüssiger und präziser.

Je länger und ruhiger die Belastung, desto mehr Variation ist möglich.

13. Der PMP Best-Practice-Way

Schritt 1: Zielmenge festlegen

Starte nicht mit dem Produkt. Starte mit der Frage: Wie viele Kohlenhydrate pro Stunde brauche ich wirklich – und was vertrage ich?

  • 1 bis 2 Stunden: häufig 30 bis 60 g/h sinnvoll.
  • 2 bis 3 Stunden: häufig 60 bis 90 g/h.
  • 3+ Stunden: 80 bis 100+ g/h nur, wenn trainiert und verträglich.

Schritt 2: Basis bauen

Für viele Athleten ist die Flasche die Basis. Sie ist planbar, einfach und gut mit Flüssigkeit und Natrium kombinierbar.

Schritt 3: Präzision ergänzen

Gels schließen Lücken und sichern kritische Rennphasen ab: Anstiege, Attacken, Finale, lange intensive Abschnitte.

Schritt 4: Abwechslung bewusst einsetzen

Banane, Riegel und Haribo können sinnvoll sein. Aber nicht als Zufallssystem. Nutze sie dort, wo Intensität, Magen und Handling passen.

Schritt 5: Rennsimulation fahren

Teste dein Fueling unter realistischen Bedingungen: Intensität, Temperatur, Trinkmenge, geplante Gramm pro Stunde und echte Rennlogistik.

Beispiel: Radmarathon

Früh: Flasche + Banane oder Riegel.

Mitte: Flasche + Gel + optional Haribo als Abwechslung.

Spät: Flasche + Gels, möglichst einfach und präzise.

Beispiel: kurzes hartes Rennen

Vorher: Speicher gefüllt, letzte Kohlenhydrate gut verträglich.

Im Rennen: Drinkmix und eventuell ein Gel.

Nicht ideal: Banane, Riegel oder Haribo-Tüte im Finale.

Fueling ist Training. Nicht Hoffnung.

Bei PMP Coaching wird Ernährung nicht nach Bauchgefühl geplant, sondern passend zu Leistungsprofil, Intensität, Ziel, Alltag und Verträglichkeit.

Diagnostikbasiert. Periodisiert. Individuell.

Mehr zum Radsportcoaching · Zum PMP Shop

FAQ

Sind Kohlenhydrate im Wettkampf am Ende nicht einfach Kohlenhydrate?

Physiologisch liefern sie Energie. Praktisch unterscheiden sich Aufnahme, Magenbelastung, Handling, Trinkbedarf und Dosierbarkeit deutlich.

Was ist am effektivsten: Gel, Flasche, Riegel, Banane oder Haribo?

Für Performance meistens eine Kombination aus Flasche und Gel. Riegel, Banane und Haribo können ergänzen, sind aber stärker kontextabhängig.

Ist die Flasche die beste Lösung?

Sie ist oft die beste Basis. Aber nur, wenn du genug trinkst und die Konzentration passt.

Sind Gels besser als Haribo?

Für präzises Renn-Fueling meistens ja. Haribo kann funktionieren, ist aber ungenauer und ersetzt keine Flüssigkeits- oder Elektrolytstrategie.

Sind Bananen sinnvoll?

Ja, besonders im Training und bei langen, ruhigeren Belastungen. Bei hoher Intensität sind Volumen, Ballaststoffe und Handling Nachteile.

Sind Riegel im Rennen schlecht?

Nein. Sie sind nur oft im falschen Moment schlecht. Früh im langen Event okay, im harten Finale eher unpraktisch.

Was sollte ich von Profis übernehmen?

Struktur, Timing, regelmäßiges Fueling und Darmtraining. Nicht blind extreme Mengen oder einzelne Produkte kopieren.

Was sollte ich nicht von Profis kopieren?

100+ g/h ohne Vorbereitung, nur Gels ohne Wasserstrategie oder Produktpläne, die nicht zu deiner Logistik passen.

Was ist bei Hitze am sichersten?

Eine gut geplante Flaschenstrategie mit moderater Konzentration, ausreichend Wasser und Natrium. Gels nur mit Flüssigkeit.

Was ist bei Kälte wichtig?

Nicht nur auf die Flasche verlassen, weil die Trinkmenge oft sinkt. Zusätzliche Kohlenhydratquellen können sinnvoll sein.

Muss ich mein Fueling trainieren?

Ja. Besonders hohe Kohlenhydratmengen, Gels, hochkonzentrierte Flaschen und feste Nahrung bei Intensität müssen getestet werden.

Kann ich einen Radmarathon nur mit Bananen oder Haribo fahren?

Möglich, aber selten optimal. Als Baustein ja. Als alleiniges System meist zu unpräzise und logistisch riskant.

Quellen

  • Jeukendrup A. Carbohydrate Intake During Exercise. Sports Medicine, 2014.
  • Jeukendrup A. Training the Gut for Athletes. Sports Medicine, 2017.
  • Wilson PB. Multiple Transportable Carbohydrates During Exercise. Sports Medicine, 2015.
  • Guillochon M, Rowlands DS. Solid, Gel, and Liquid Carbohydrate Format Effects on Gut Comfort and Performance. International Journal of Sport Nutrition and Exercise Metabolism, 2017.
  • Ribichini E et al. Exercise-Induced Gastrointestinal Symptoms in Endurance Sports, 2023.

SEO

Title: Gel, Riegel, Flasche, Banane oder Haribo: Was ist die beste Kohlenhydratquelle im Radsport?

Meta Description: Mythos oder Wahrheit: Sind Kohlenhydrate im Wettkampf egal? PMP analysiert Gels, Drinkmix, Riegel, Banane und Haribo nach Leistung, Magen, Wetter, Profi-Vorbild und Praxis.

Canonical: https://pmp-coaching.de//carbs-sind-carbs-warum-dich-dieser-denkfehler-im-rennen-leistung-kostet/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen / Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen