Optimale Trittfrequenz im Radsport: Sind 90 U/min ideal?

Trittfrequenz · Fixed Gear · Bahntraining

Fixie, starre Nabe & Bahnrad: Was eine feste Übersetzung mit deiner Trittfrequenz macht – und wie du dafür richtig trainierst

Auf dem Rennrad kannst du schalten, rollen lassen und die Übersetzung fast jederzeit an deine Wunsch-Trittfrequenz anpassen. Auf dem Bahnrad oder beim Fixie-Crit geht das nicht. Eine Übersetzung. Kein Freilauf. Und plötzlich entscheidet das Tempo darüber, ob du mit hohem Drehmoment aus einer langsamen Passage beschleunigen oder wenige Sekunden später eine sehr hohe Kadenz kontrollieren musst.

Die kurze Antwort: Für Fixed-Gear-Rennen reicht es nicht, einfach „hohe Trittfrequenzen“ zu trainieren. Du brauchst eine möglichst große nutzbare Kadenz-Bandbreite: Drehmoment bei niedriger Kurbelgeschwindigkeit, hohe Leistung im mittleren Bereich, Kontrolle bei sehr hohen Drehzahlen – und vor allem die Fähigkeit, schnell zwischen diesen Anforderungen zu wechseln.

Dieser Beitrag baut auf unserem PMP-Beitrag zur individuell passenden Trittfrequenz auf. Dort geht es um die Frage, warum es nicht die eine richtige Kadenz für alle Fahrer und Situationen gibt. Hier drehen wir das Problem um: Was passiert, wenn du deine Trittfrequenz gar nicht mehr frei wählen kannst?

01 · Das eigentliche Problem

Eine starre Übersetzung macht aus Geschwindigkeit automatisch Trittfrequenz

Bei einem normalen Rennrad kannst du Geschwindigkeit und Trittfrequenz weitgehend voneinander entkoppeln. Wird es langsamer, schaltest du herunter. Wird es schneller, schaltest du hoch. Dadurch kannst du trotz unterschiedlicher Geschwindigkeit relativ nah an einem für dich angenehmen Kadenzbereich bleiben.

Beim Fixed Gear fällt genau diese Möglichkeit weg. Kettenblatt, Ritzel und Laufrad definieren eine feste Entfaltung. Jede Geschwindigkeit entspricht damit praktisch einer bestimmten Kurbelgeschwindigkeit.

Geschwindigkeit = Trittfrequenz × Entfaltung Entfaltung = Laufradumfang × Kettenblattzähne ÷ Ritzelzähne

Das klingt banal. Für das Training ist es aber der zentrale Punkt: Du trainierst beim Fixed Gear nicht einfach eine bestimmte Trittfrequenz. Du trainierst die Fähigkeit, mit der vom Rennverlauf erzwungenen Trittfrequenz Leistung zu produzieren.

1

Langsam

Nach einer engen Kurve oder aus dem Stand ist die Kurbelgeschwindigkeit niedrig. Soll das Rad trotzdem schnell beschleunigen, muss viel Drehmoment erzeugt werden.

2

Schnell

Mit zunehmendem Tempo steigt die Kadenz automatisch. Die Kontraktionsgeschwindigkeit wird höher und die maximal erzeugbare Kraft sinkt.

3

Sehr schnell

Irgendwann wird nicht mehr die reine Kraft zum Hauptproblem, sondern wie schnell Muskeln aktiviert, entspannt und koordiniert werden können.

Das Fixed-Gear-Kadenzband Schematisch – keine universellen RPM-Grenzen Drehmoment-Potenzial Leistungsbereich niedrige Kadenz mittlere / hohe Kadenz sehr hohe Kadenz Kurvenausgang / Start Beschleunigung hohes Tempo
Schematische PMP-Darstellung. Die konkreten Übergänge sind individuell und abhängig von Leistung, Trainingszustand, Übersetzung, Disziplin und Fahrgeschwindigkeit.
02 · Drehmoment verstehen

Niedrige Trittfrequenz bedeutet nicht automatisch „Krafttraining“

Einer der häufigsten Denkfehler im Radsport lautet: niedrige Trittfrequenz = viel Kraft = Krafttraining. Mechanisch stimmt nur ein Teil davon.

Leistung = Drehmoment × Winkelgeschwindigkeit P = M × ω

Wenn zwei Fahrer beide 300 Watt treten, einer aber mit 60 und der andere mit 120 rpm, benötigt der langsam tretende Fahrer im Mittel ungefähr das doppelte Kurbel-Drehmoment. Das heißt aber noch lange nicht, dass der Trainingsreiz mit schwerem Hanteltraining vergleichbar ist.

Trittfrequenz Leistung mittleres Kurbel-Drehmoment mechanische Einordnung
60 rpm 300 W ca. 47,7 Nm relativ hohes Drehmoment, geringe Winkelgeschwindigkeit
90 rpm 300 W ca. 31,8 Nm mittleres Drehmoment
120 rpm 300 W ca. 23,9 Nm geringeres Drehmoment, höhere Bewegungsgeschwindigkeit
140 rpm 300 W ca. 20,5 Nm noch geringeres mittleres Drehmoment, sehr schnelle Bewegung

Die Werte sind mathematische Mittelwerte an der Kurbel und nicht mit Spitzendrehmomenten innerhalb einer einzelnen Kurbelumdrehung gleichzusetzen.

Entscheidend für Fixie und Bahn: Nach einer langsamen Kurve reicht es nicht, „schnelle Beine“ zu haben. Du musst bei noch niedriger Kadenz genügend Drehmoment produzieren, das System beschleunigen und anschließend die Leistung trotz immer weiter steigender Bewegungsgeschwindigkeit aufrechterhalten.
03 · Rechner

Fixed-Gear-Rechner: Was deine Übersetzung wirklich bedeutet

Gerade bei einer starren Übersetzung ist eine Zahnzahl allein wenig aussagekräftig. Interessanter ist die Frage: Welche Kadenz ergibt sich bei meinem langsamsten und schnellsten relevanten Renntempo?

Übersetzung, Geschwindigkeit, Kadenz & Drehmoment

Die voreingestellten 52 × 15 und 2,10 m Laufradumfang dienen nur als Rechenbeispiel. Trage deine echten Werte ein.

Entfaltung
Kadenz bei Zieltempo
Tempo bei Zielkadenz
mittleres Drehmoment
Kadenz 60 rpm 80 rpm 100 rpm 120 rpm 140 rpm 160 rpm
Geschwindigkeit

Rechnerische Mechanik, keine Empfehlung für eine bestimmte Übersetzung oder Kadenz. Reifen, realer Abrollumfang und Fahrsituation können die Praxiswerte geringfügig verändern.

Beispiel 52 × 15 bei 2,10 m Abrollumfang: Die Entfaltung beträgt 7,28 m. 30 km/h entsprechen ungefähr 69 rpm, 55 km/h ungefähr 126 rpm und 65 km/h fast 149 rpm. Ein und dieselbe Übersetzung kann dich damit innerhalb weniger Sekunden von einem deutlich drehmomentorientierten in einen extrem schnellen Bewegungsbereich bringen.
04 · Wissenschaft

Warum es selbst auf der Bahn nicht die eine optimale Trittfrequenz gibt

Die Frage „Welche Kadenz ist optimal?“ ist ohne Zusatzfrage nicht vollständig. Optimal wofür? Für möglichst geringe Stoffwechselkosten? Für maximale Sprintleistung? Für eine lange Belastung? Für eine Beschleunigung? Oder für eine bestimmte Rennübersetzung?

Genau diese Trennung ist wichtig. Eine Trittfrequenz, die bei submaximaler Dauerleistung energetisch günstig ist, muss nicht die Kadenz sein, bei der du deine maximale Leistung produzieren kannst.

gut mechanistisch belegt

Mehr Kadenz kostet nicht nichts

Bei gleicher äußerer Leistung steigt mit zunehmender Kadenz die interne Bewegungsarbeit. Studien zeigen deshalb bei submaximalem Fahren häufig einen höheren Sauerstoffbedarf und eine schlechtere Gross Efficiency bei sehr hohen Kadenzen.

Leirdal & Ettema 2011; Stebbins et al. 2014.

sportartspezifisch plausibel

Maximale Power braucht mehr Bewegungsgeschwindigkeit

Im Sprint verschiebt sich der relevante Bereich deutlich nach oben. Weltklasse-Bahnsprinter erreichten in einer klassischen Untersuchung ihr individuelles Power-Maximum im Mittel bei rund 130 rpm.

Dorel et al. 2005. Keine allgemeine Zielvorgabe für Hobbyfahrer.

Eine Studie, fünf unterschiedliche Optima Dunst, Hesse & Ueberschär 2024 · 14 professionelle männliche Bahnfahrer 50 75 100 125 150 66 76 82 84 135 ± 11 LT1 FatMax MLSS VO₂max Pmax-Profil rpm · modellierte Optima der untersuchten Population – keine Trainingsvorgaben
Die Studie zeigt vor allem das Prinzip: Das leistungsbezogene Optimum verschiebt sich mit der Aufgabe. Die absoluten Werte stammen aus nur 14 professionellen männlichen Bahnfahrern und dürfen nicht als allgemeine Kadenzempfehlung verstanden werden.

Dazu kommt ein neuromuskulärer Grenzbereich. Blake und Wakeling untersuchten trainierte Fahrer über viele Kombinationen aus Leistung und Kadenz. Bei sehr hohen Bewegungsfrequenzen – in dieser Untersuchung etwa jenseits eines kritischen Bereichs von 120–140 rpm – stiegen Aktivierungsdauer und Muskelansteuerung überproportional an. Die Koordination selbst kann damit zum limitierenden Faktor werden.

Schnell treten zu können ist eine eigene Fähigkeit. Aber schnell treten zu können ersetzt nicht die Fähigkeit, bei niedriger Kadenz viel Drehmoment zu erzeugen.
05 · Die alte Winter-Schule

Starre Nabe im Winter: War das Training von früher eigentlich sinnvoll?

Wer in den 1980er- und 1990er-Jahren im Radsport-Nachwuchs unterwegs war, kennt diese Trainingsphilosophie möglicherweise noch: Im Winter kleine Übersetzung, teilweise starre Nabe, viele Kilometer und möglichst sauber pedalieren.

Diese Idee ist keineswegs erfunden. In der Fachliteratur zum Fixed-Gear-Pedaling wird ausdrücklich beschrieben, dass starres Fahren traditionell als Methode für einen „runderen“ Tritt betrachtet wurde. Die Autoren verweisen dabei unter anderem auf Radsportliteratur aus 1987 und 2000.

Spannend ist allerdings, dass genau dieser vermeintliche Vorteil in der direkten Untersuchung nicht bestätigt wurde.

schwach belegt

„Starre Nabe macht automatisch einen runden Tritt“

13 Bahn- und 9 Straßenfahrer wurden mit Starrgang und Freilauf bei unterschiedlichen Widerständen und 60, 80 sowie 100 rpm verglichen.

Zwischen Starrgang und Freilauf fanden sich bei den untersuchten Pedalkinetik-Parametern keine signifikanten Unterschiede.

plausibler Trainingsnutzen

Was die alte Methode trotzdem trainiert haben kann

  • viele Kurbelumdrehungen und hohe Bewegungsroutine
  • Komfort mit einer kleinen Übersetzung
  • kontinuierliches Mitdrehen statt häufigem Rollen
  • Rhythmusgefühl und Wahrnehmung der Pedalbewegung
  • Exposition gegenüber höheren Kadenzen bei moderatem Tempo
Wichtig: Aus „die Methode kann Koordination und Kadenzexposition fördern“ folgt nicht, dass die starre Nabe selbst eine besondere physiologische Anpassung erzeugt. Ein großer Teil des Effekts kann schlicht daraus entstanden sein, dass die Fahrer mit kleiner Übersetzung sehr viele kontrollierte Pedalumdrehungen absolviert haben.

Würde ich das heute einem normalen Rennradfahrer noch empfehlen?

Nicht als Pflichtprogramm. Für einen Fahrer ohne Bahn- oder Fixie-Ziel lässt sich fast alles, was wir aus diesem Training wahrscheinlich haben wollen, heute kontrollierter mit Rennrad, Rolle, Ergometer oder Smarttrainer erzeugen: Kadenzdrills, kleine Übersetzungen, bewusste Pedaltechnik und längere Phasen ohne Rollen.

Für einen Bahn- oder Fixed-Gear-Fahrer ist das anders. Dort ist der Starrgang keine Trainingsmethode, sondern Teil der Wettkampfanforderung. Spezifisches Training auf einem Fixed Gear besitzt deshalb einen eigenen Wert, selbst wenn der Starrgang keinen mystischen „Rundtritt-Effekt“ hat.

06 · Muskuläre Beanspruchung

Was ändert der Starrgang muskulär?

Ein wichtiger Unterschied zum Freilauf ist offensichtlich: Wenn sich das Hinterrad dreht, bewegt sich die Kurbel mit. Du kannst die Beine nicht einfach komplett stehen lassen.

Das bedeutet aber nicht, dass die Muskulatur permanent positive Vortriebsarbeit leisten muss. Je nach Situation kann das Rad die Beine teilweise mitbewegen. Und wenn du aktiv Geschwindigkeit über den Antrieb reduzierst, können sogar bremsende Muskelaktionen entstehen.

Konzentrisch

Du beschleunigst oder treibst das Rad an. Die Muskulatur erzeugt positive mechanische Arbeit.

Exzentrisch

Beim aktiven Widerstehen kann Muskulatur unter Spannung verlängert werden und negative mechanische Arbeit leisten.

Isometrisch

Bei sehr starkem Gegenhalten können hohe Kräfte entstehen, ohne dass sich die Muskel-Sehnen-Einheit stark verkürzt.

Eine 2025 veröffentlichte ökologische Fallstudie an einem einzelnen erfahrenen Fixed-Gear-Fahrer untersuchte genau solche Verzögerungsstrategien bergab. Dabei zeigten sich unterschiedliche neuromuskuläre Muster zwischen eher exzentrischem Verzögern und stärker isometrisch geprägtem Blockieren.

Aber: Das ist eine Fallstudie mit n = 1 und kein Beweis dafür, dass Fixed-Gear-Fahren dadurch eine besonders wirksame Trainingsform für exzentrische Kraft wäre. Sie zeigt lediglich, dass die mechanische Kopplung auch bremsende Muskelarbeit ermöglichen kann.
07 · Fixie-Crit

Warum ein Fixie-Crit ein permanenter Wechsel zwischen Drehmoment und Kadenz ist

Genau hier wird die Sache trainingspraktisch interessant. Ein technischer Fixed-Gear-Rundkurs kann komplett andere Anforderungen stellen als gleichmäßiges Hochfrequenztraining auf der Rolle.

Beim Bienne Crit 2026 wird die Fixed-Gear-Kategorie beispielsweise auf einem nur 650 Meter langen Rundkurs gefahren. Das ist nur ein aktuelles Beispiel und kein Standard für alle Fixie-Crits, verdeutlicht aber die Problematik kurzer urbaner Kurse sehr gut.

Eine Runde – viele Kadenzwelten Schematischer Verlauf eines technischen Fixed-Gear-Kriteriums Kurvenausgang hohes Tempo enge Kurve hohes Tempo erneute Kurve
Kein Messdatensatz, sondern eine schematische Darstellung der Rennlogik: Verzögern senkt die Rad- und damit Kurbelgeschwindigkeit; anschließendes Beschleunigen durchläuft das Kraft-Geschwindigkeits-Spektrum erneut.

Was passiert nach der Kurve?

Stell dir vor, deine Übersetzung zwingt dich am Kurvenausgang auf 65–70 rpm. Du willst sofort beschleunigen. In diesem Moment brauchst du keine Fähigkeit, locker mit 150 rpm zu „spinnen“. Du brauchst zunächst genügend Drehmoment.

Das Rad wird schneller. Bei gleicher Übersetzung steigt die Kadenz. Du durchläufst deinen Bereich hoher mechanischer Leistung. Auf der Geraden kann die Kurbelgeschwindigkeit anschließend 120, 130, 140 rpm oder – abhängig von Übersetzung und Geschwindigkeit – noch mehr erreichen.

Dann kommt die nächste Kurve und das Spiel beginnt erneut.

Das eigentliche Fixed-Gear-Talent ist nicht „hohe Trittfrequenz“. Es ist Leistung über eine große Trittfrequenzspanne.
08 · Bahnrennen

Bahn ist nicht gleich Bahn: Die Disziplin entscheidet über das Training

Ein häufiger Fehler wäre, Bahntraining pauschal mit Sprinttraining gleichzusetzen. Die aktuelle UCI-Bahnpalette reicht von Sprint, Team Sprint und Keirin über Zeitfahr- und Verfolgungsdisziplinen bis zu Scratch, Punktefahren, Madison, Ausscheidungsfahren und Omnium.

Alle nutzen die feste Übersetzung. Aber die physiologischen Probleme sind komplett unterschiedlich.

Disziplin-Typ Fixed-Gear-Hauptproblem Trainingsschwerpunkt
Sprint / Team Sprint extremes Drehmoment, Beschleunigung, maximale Power, sehr hohe Endkadenz Kraft, Torque, Force-Velocity-Profil, Starts, Maximalsprints, hohe Kadenz unter hoher Leistung
Keirin hohes Ausgangstempo plus taktische explosive Beschleunigungen Speed, maximale Beschleunigung, Positionierung, Sprint aus bereits hoher Kadenz
Verfolgung / Zeitfahren Start plus möglichst stabile hohe Leistung in festgelegter Übersetzung Start, aerobe Leistung, Renntempo, Aeroposition, Kadenzstabilität, Übersetzungswahl
Scratch / Punkte / Omnium hohe Grundgeschwindigkeit mit Attacken und wiederholten Beschleunigungen aerobe Basis, VO₂max, Repeatability, Sprintreserve, hohe Kadenz im Feld
Madison wechselnde Belastung, hohe Geschwindigkeit, Wiedereinstieg und Beschleunigung Repeatability, Renntechnik, hohe Geschwindigkeit, Übergänge und anaerobe Reserve

Die Tabelle ist eine trainingspraktische PMP-Einordnung und keine offizielle UCI-Trainingsklassifikation.

09 · Hohe Kadenz

Ja, hohe Trittfrequenz lässt sich trainieren – aber nicht nur durch schnelleres Drehen

Hohe Kadenz besitzt eine deutliche koordinative Komponente. Wenn die Kurbel sehr schnell rotiert, muss das Nerv-Muskel-System Aktivierung und Entspannung in immer kürzeren Zeitfenstern organisieren.

Deshalb fühlt sich sehr hohe Trittfrequenz bei ungeübten Fahrern häufig chaotisch an: Das Becken beginnt zu springen, die Bewegung verliert Stabilität, unnötige Ko-Kontraktionen nehmen zu und zusätzliche Muskelaktivität erzeugt nicht automatisch zusätzliche Vortriebsleistung.

Der sinnvolle Weg

A

Kontrolle

Erst sauber treten, dann schneller.

B

Progression

Kadenz schrittweise anheben, statt sofort Maximalkadenz zu jagen.

C

Leistung

Nicht nur unbelastet spinnen. Hohe Kadenz muss irgendwann auch unter Rennleistung funktionieren.

D

Spezifik

Die relevante Kadenz ergibt sich aus deiner Übersetzung und deiner echten Renngeschwindigkeit.

PMP-Regel: Die höchste Trittfrequenz, bei der du ruhig im Sattel sitzt und die Bewegung kontrollierst, ist trainingspraktisch wertvoller als eine spektakuläre Maximalzahl mit hüpfendem Becken.
10 · Niedrige Kadenz

Und was ist mit „Kraftausdauer“ bei 40, 50 oder 60 rpm?

Hier lohnt sich eine differenzierte Antwort, weil die Wissenschaft kein einheitliches Bild zeigt.

Untersuchung Protokoll vereinfacht Ergebnis PMP-Einordnung
Kristoffersen et al. 2014 12 Wochen, 2×/Woche, 5 × 6 min bei 40 rpm und moderater Intensität keine Verbesserung von Performance, aerober Kapazität oder Beinkraft durch die Low-Cadence-Intervention Langes moderates „Drücken“ ist nicht automatisch wirksames Krafttraining.
Hebisz & Hebisz 2024 8 Wochen, gut trainierte junge Frauen; niedrige Kadenz innerhalb von SIT und HIIT größere Verbesserungen mehrerer aerober Parameter als bei frei gewählter Kadenz Interessant, aber kleine spezielle Population; Replikation nötig.
de Pablos et al. 2026 10 Wochen; High-Load-Torque vs. Low-Load-Torque vs. Kontrolle High-Load-Gruppe zeigte mehrere relevante Verbesserungen; direkte Überlegenheit gegenüber Low Load noch nicht eindeutig Für Starts/Beschleunigung sind kurze sehr hohe Torque-Reize wahrscheinlich spezifischer als minutenlanges Mahlen.

Genau das ist für Fixed Gear wichtig. Wenn dein Problem der harte erste Antritt aus einer langsamen Kurve ist, ist ein 10-minütiges Intervall mit 50 rpm bei moderater Leistung biomechanisch nur bedingt dasselbe Problem.

Im Rennen sollst du in wenigen Kurbelumdrehungen sehr viel Drehmoment entwickeln, das System beschleunigen und sofort in einen höheren Geschwindigkeitsbereich übergehen.

Deshalb trennen wir:
Low-Cadence-Ausdauerintervalle können ein eigener Trainingsreiz sein. Maximale Start- und Beschleunigungsfähigkeit benötigt aber deutlich spezifischere Kraft-, Torque- und Sprintreize.
11 · Training

Die fünf Fähigkeiten, die ein Fixed-Gear-Fahrer wirklich braucht

01

Torque

Hohe Kraft an der Kurbel bei niedriger Geschwindigkeit: Start, Kurvenausgang, Wiederbeschleunigung.

02

Peak Power

Der Bereich, in dem Drehmoment und Bewegungsgeschwindigkeit gemeinsam maximale Leistung ermöglichen.

03

Cadence Ceiling

Sehr hohe Kadenz kontrollieren, ohne Stabilität und Leistung vollständig zu verlieren.

04

Transition

Nicht nur einzelne Punkte der Force-Velocity-Kurve beherrschen, sondern von niedriger zu hoher Kadenz beschleunigen können.

05

Repeatability

Bei einem Crit reicht eine gute Beschleunigung nicht. Du musst sie nach Vorbelastung wieder und wieder abrufen können.

12 · Konkrete Einheiten

So würde ich die Kadenz-Bandbreite praktisch trainieren

Die folgenden Einheiten sind Trainingsbausteine und keine pauschalen Wochenpläne. Intensität, Umfang und Häufigkeit müssen zu Trainingsalter, Wettkampfdisziplin, Kraftniveau und übriger Wochenbelastung passen.

Neuromuskulär Hohe Kadenz

Einheit A: kontrollierte Spin-ups

Ziel: Bewegungsgeschwindigkeit und Koordination.

  • gründlich einrollen
  • 6–10 kurze progressive Beschleunigungen der Kadenz
  • niedrige bis moderate äußere Leistung
  • Kadenz nur so weit steigern, wie das Becken stabil bleibt
  • zwischen den Wiederholungen vollständig beruhigen

Nicht die höchste Zahl gewinnt. Die Qualität endet dort, wo du die Bewegung nicht mehr kontrollierst.

Torque Beschleunigung

Einheit B: kurze schwere Antritte

Ziel: hohe Kraft bei niedriger Anfangskadenz.

  • mehrere sehr kurze Starts oder Antritte
  • deutlich niedrige Anfangskadenz
  • maximal oder nahezu maximal beschleunigen
  • nur wenige hochwertige Kurbelumdrehungen
  • lange Erholung, damit der Reiz wirklich neuromuskulär bleibt
Force-Velocity Race Specific

Einheit C: der komplette Übergang

  • aus relativ niedriger Kadenz beschleunigen
  • nicht nach 2–3 Sekunden abbrechen
  • weiter beschleunigen, während die Kadenz deutlich ansteigt
  • am Ende kurze Phase bei hoher Renngeschwindigkeit
  • volle Erholung für qualitativ hochwertige Wiederholungen
Crit Repeatability

Einheit D: Kurvenausgang wiederholen

  • mehrminütige Rennblöcke
  • regelmäßig kurze deutliche Geschwindigkeitsreduktion simulieren
  • danach kräftig zurück auf Renngeschwindigkeit
  • zwischen den Antritten nicht vollständig erholen
  • Leistung und Technik über den Block beobachten
Für Bahn-Sprinter: Der Anteil maximaler Torque-, Sprint- und Speed-Arbeit wird deutlich größer.

Für Bahn-Ausdauer und Fixie-Crit: Repeatability, VO₂max, aerobe Leistungsfähigkeit und Renntechnik bekommen wesentlich mehr Gewicht.
13 · Krafttraining

Kann ich die notwendige Kraft nicht einfach auf dem Fixed Gear trainieren?

Teilweise. Aber ich würde On-Bike-Torque und klassisches Krafttraining nicht gegeneinander ausspielen. Sie lösen unterschiedliche Probleme.

On-Bike-Torque

Extrem spezifisch für den Bewegungsablauf. Interessant für Starts, Kurvenausgänge und die Übertragung hoher Kräfte auf die Kurbel.

Der erreichbare relative Muskelwiderstand ist aber abhängig von Übersetzung, Kadenz und Fahrbedingung.

Schweres Krafttraining

Ermöglicht sehr hohe externe Widerstände bei niedriger Bewegungsgeschwindigkeit und eine gezielte progressive Belastungssteuerung.

Meta-analytische Daten bei Ausdauerfahrern sprechen für Vorteile unter anderem bei Efficiency, anaerober Leistung und Performance.

Warum das wichtig ist

Vollsprint klingt nach maximaler Kraft – ist es aber nicht

52 ± 5 %

In einer Untersuchung mit 52 trainierten männlichen Radfahrern wurde die maximale dynamische Pedalkraft auf dem Rad bestimmt. Besonders spannend: Die höchste mechanische Leistung erreichten die Fahrer im Mittel bereits bei rund 52 % dieser maximalen dynamischen Pedalkraft – bei etwa 110 rpm.

Genau deshalb ist der Vergleich mit einer kräftigen Alltagsbewegung so anschaulich: Die Kraft, die selbst bei einem Vollsprint pro Pedalbewegung benötigt wird, liegt eher in einer Größenordnung, wie wir sie beispielsweise beim Aufstehen von einem Stuhl erleben, als in der Größenordnung einer schweren Kniebeuge oder eines echten Maximalkraftversuchs.

Das bedeutet nicht, dass ein Vollsprint leicht wäre – ganz im Gegenteil. Seine enorme Leistung entsteht aus der Kombination von Kraft × sehr hoher Bewegungsgeschwindigkeit. Genau deshalb können 1.000, 1.200 oder 1.500 Watt entstehen, obwohl die einzelne Kraftanforderung weit unter der maximal möglichen Kraft liegt.

Und genau hier liegt der Sinn von schwerem Krafttraining: Wenn du deine maximale Kraftdecke erhöhst, stellt die Kraft eines einzelnen Pedaltritts anschließend einen kleineren Prozentsatz deines maximal verfügbaren Potenzials dar.

Wichtig: Der Vergleich mit dem Aufstehen vom Stuhl ist eine anschauliche Größenordnung und keine biomechanische 1:1-Gleichsetzung. Gelenkwinkel, Kraftvektoren, Bodenreaktionskräfte und die Verteilung auf beide Beine unterscheiden sich. Quelle zum Rad: Rodríguez-Rielves et al. 2024.

Das Fahrrad ist hervorragend, um Kraft in Radsportleistung umzusetzen. Es ist nicht automatisch das beste Gerät, um maximale Kraft überhaupt erst aufzubauen.
14 · Beispielblock

Vier Wochen Fixed-Gear-Spezifik für einen ambitionierten Hobbyfahrer

Kein fertiger Trainingsplan, sondern ein Beispiel dafür, wie sich die verschiedenen Fähigkeiten logisch in einen normalen Alltag integrieren lassen. Die übrigen Ausdauereinheiten richten sich nach deinem Gesamtplan.

Woche Schlüsseleinheit 1 Schlüsseleinheit 2 Technik / Ergänzung
1 Spin-ups + kurze kontrollierte Antritte aerobe Einheit mit einzelnen Kadenzwechseln Übersetzung und echte Kadenzbereiche dokumentieren
2 schwere kurze Antritte mit voller Erholung Force-Velocity-Beschleunigungen über großen Kadenzbereich hohe Kadenz technisch sauber halten
3 Force-Velocity-Beschleunigungen Crit-/Bahn-Rennblock mit wiederholten Beschleunigungen Rennübersetzung testen
4 reduzierter Umfang, wenige hochwertige Sprints kurze spezifische Rennsimulation Frische, Technik und Übersetzungsentscheidung
15 · Übersetzungswahl

Die „richtige“ Fixed-Gear-Übersetzung ist immer ein Kompromiss

Eine größere Übersetzung klingt zunächst attraktiv: Bei hohem Tempo bleibt die Trittfrequenz niedriger.

Aber du bezahlst dafür am anderen Ende: Nach langsamen Passagen startest du bei geringerer Kadenz und musst entsprechend mehr Drehmoment erzeugen.

Eine kleinere Übersetzung erleichtert die Beschleunigung, kann dich bei hoher Geschwindigkeit aber in einen Kadenzbereich bringen, den du technisch oder leistungsmäßig nicht mehr beherrschst.

PMP-Entscheidungsbaum

1

Welche minimale relevante Geschwindigkeit habe ich?

Typische Kurvenausgänge und taktische Langsamphasen betrachten.

2

Welche maximale Geschwindigkeit muss ich realistisch treten?

Gerade, Sprint, Gefälle oder Windschatten berücksichtigen.

3

Welche Kadenzspanne erzeugt die geplante Übersetzung?

Genau dafür ist der Rechner oben gedacht.

4

Wo verliere ich mehr?

Am Kurvenausgang durch zu viel Gear? Oder bei Topspeed, weil die Beine zu schnell werden?

5

Dann im spezifischen Training testen

Entscheidend ist, mit welcher Übersetzung du das gesamte Rennprofil am leistungsfähigsten bewältigst.

16 · Selbsttest

Wo liegt dein Fixed-Gear-Limiter?

Vergleiche dich zunächst mit dir selbst.

Test 1: Cadence Ceiling

Führe mehrere progressive, kurze Spin-ups durch. Notiere die höchste Trittfrequenz, bei der du technisch noch ruhig und kontrolliert bleibst.

Test 2: Low-Speed Acceleration

Starte mehrere kurze Beschleunigungen aus niedriger Kadenz. Beobachte Leistung und wie schnell du in einen effektiven Leistungsbereich kommst.

Test 3: Transition

Beschleunige bewusst durch einen großen Kadenzbereich. Wo bricht deine Leistung ein?

Test 4: Repeatability

Wiederhole kurze rennähnliche Beschleunigungen nach begrenzter Erholung. Bleiben Power und technische Qualität stabil?

Deine Zuordnung:
Hohe Kadenz instabil → Koordination und Cadence Ceiling.
Schwacher erster Antritt → Torque / Kraft / Startfähigkeit.
Gute erste Wiederholung, danach Einbruch → Repeatability und metabolische Belastbarkeit.
Schlechte Übergänge → Force-Velocity-Transition spezifischer trainieren.
17 · Häufige Fehler

Sieben Fehler im Fixed-Gear- und Kadenztraining

1. Nur hohe Kadenz trainieren

Dann fehlt genau die Fähigkeit, die nach langsamen Kurven den ersten Teil der Beschleunigung bestimmt.

2. Niedrige Kadenz mit Krafttraining verwechseln

Mehr Drehmoment pro Kurbelumdrehung bedeutet noch keinen ausreichend hohen relativen Kraftreiz.

3. Nur unbelastete Spin-ups fahren

150 rpm bei sehr wenig Widerstand und 140 rpm unter Renndruck sind neuromuskulär nicht dieselbe Aufgabe.

4. Übersetzung nach Ego auswählen

„Großes Blatt = stark“ hilft nicht, wenn du nach jeder Kurve das Loch zufährst.

5. Rennspezifik ignorieren

Sprint, Pursuit und Crit benötigen nicht denselben Trainingsmix.

6. Technik nur unter Frische testen

Im Rennen musst du hohe Kadenz oft bereits ermüdet kontrollieren.

7. Den „runden Tritt“ mystifizieren

Die starre Nabe allein macht aus Pedalieren keine bessere Technik.

18 · Datenlage

Was wissen wir – und was wissen wir noch nicht?

Die folgende Einstufung ist eine redaktionelle PMP-Einordnung und keine formale GRADE-Bewertung.

Aussage Datenlage Einordnung
Fixed Gear verbessert automatisch den „runden Tritt“. schwach Eine direkte kleine Untersuchung fand keinen entsprechenden Unterschied.
Die für Leistung sinnvolle Kadenz verändert sich mit der Aufgabe. gut plausibel Mehrere biomechanische und physiologische Arbeiten unterstützen das Prinzip.
Sehr hohe Kadenz stellt eigene Anforderungen an die Muskelkoordination. gut plausibel EMG-/Biomechanikdaten zeigen zunehmende koordinative Limitationen bei sehr hohen Frequenzen.
Langsame moderate „Kraftausdauer“-Intervalle verbessern zuverlässig die Kraft. uneinheitlich Interventionsstudien liefern unterschiedliche Resultate.
Sehr hoch belastetes Torque-Training kann sinnvoll sein. vielversprechend Neue RCT-Daten benötigen weitere Bestätigung.
Schweres Krafttraining kann Ausdauerfahrer unterstützen. breitere Datenbasis Meta-analytische Daten zeigen positive Effekte, bei begrenzter Evidenzsicherheit.
19 · Torstens Einschätzung

Was würde ich aus der alten starren Nabe heute mitnehmen?

Ich finde die alte Trainingsidee rückblickend spannender, nachdem man die Mechanik dahinter sauber auseinanderzieht. Nicht, weil die starre Nabe irgendeinen magischen Pedaltritt erzeugt. Dafür sehe ich keine überzeugende Evidenz.

Aber sie hat uns etwas aufgezwungen, was heute mit immer mehr Gängen sehr leicht verloren geht: Wir mussten mit der Übersetzung umgehen, die wir hatten.

War die Geschwindigkeit hoch, mussten die Beine schnell werden. Wurde es langsamer, mussten wir mit niedrigerer Kadenz weiterarbeiten. Wir konnten nicht bei jeder kleinen Veränderung einen Gang wählen, der sich sofort wieder angenehm anfühlte.

Für einen normalen Straßenfahrer würde ich deshalb heute nicht sagen: „Du brauchst im Winter wieder eine starre Nabe.“ Das wäre aus meiner Sicht Trainingsromantik statt Trainingssteuerung.

Ich würde aber einige Prinzipien davon übernehmen:

  • nicht jede Einheit in derselben Komfortkadenz fahren
  • hohe Trittfrequenz kontrolliert üben
  • Drehmoment und niedrige Kadenz gezielt einsetzen
  • Übergänge zwischen den Bereichen trainieren
  • bei einem Fixed-Gear-Ziel wettkampfspezifisch auf starrer Übersetzung trainieren
Die Lektion der starren Nabe ist für mich heute nicht: „Fahr immer klein.“ Sondern: „Werde in mehr als nur einer Kadenz gut.“
20 · Zusammenfassung

Das Wichtigste in zehn Punkten

  • Eine feste Übersetzung koppelt Fahrgeschwindigkeit direkt an die Trittfrequenz.
  • Im Fixed-Gear-Rennen gibt es keine frei wählbare Komfortkadenz.
  • Nach langsamen Kurven brauchst du hohes Drehmoment bei niedriger Kadenz.
  • Mit der Beschleunigung verschiebt sich die Belastung in höhere Bewegungsfrequenzen.
  • Sehr hohe Kadenz besitzt eine eigene neuromuskuläre Anforderung.
  • Nur hohe Trittfrequenz zu trainieren lässt den Low-Speed-/High-Torque-Bereich offen.
  • Niedrige Kadenz ist nicht automatisch wirksames Krafttraining.
  • Die starre Nabe ist nicht als automatischer „Rundtritt-Trainer“ belegt.
  • Für Bahn- und Fixie-Fahrer ist Fixed-Gear-Training trotzdem hochspezifisch.
  • Die beste Übersetzung ist diejenige, mit der du das gesamte Renn-Kadenzband am besten bewältigst.
FAQ

Häufige Fragen zur starren Übersetzung

Verbessert eine starre Nabe automatisch den runden Tritt?

Dafür gibt es keine überzeugende Evidenz. Eine kleine Untersuchung fand bei den untersuchten Pedalkinetik-Parametern keine signifikanten Unterschiede zwischen Starrgang und Freilauf.

Sollte ich als Straßenfahrer im Winter Fixed Gear fahren?

Nicht zwingend. Kadenztraining und unterschiedliche Drehmomentanforderungen lassen sich auch mit normalen Rädern und Indoor-Trainern erzeugen.

Muss ich für Fixie-Crits besonders hohe Trittfrequenzen trainieren?

Ja, hohe Kadenzkontrolle ist relevant. Ebenso wichtig sind aber Drehmoment, Beschleunigung und die Wiederholbarkeit dieser Beschleunigungen.

Ist niedrige Kadenz dasselbe wie Krafttraining?

Nein. Bei gleicher Leistung steigt mit sinkender Kadenz zwar das Kurbel-Drehmoment, der relative Muskelreiz ist aber nicht automatisch mit schwerem Krafttraining vergleichbar.

Welche Trittfrequenz sollte ich im Bahnrennen fahren?

Dafür gibt es keine pauschale Zahl. Disziplin, individuelle Eigenschaften, Übersetzung, Geschwindigkeit, Renntaktik und Ermüdung bestimmen gemeinsam den sinnvollen Bereich.

PMP Coaching

Trainiere nicht einfach eine Zahl. Trainiere die Anforderung deines Rennens.

Gerade bei Bahn, Fixie-Crit, Radmarathon oder Ultra Cycling entsteht gutes Training nicht aus einer pauschalen Trittfrequenzvorgabe. Entscheidend ist, was deine Disziplin verlangt, wo dein persönlicher Limiter liegt und wie viel Trainingszeit dir wirklich zur Verfügung steht.

Beruf. Familie. Training. Wir holen das Maximum aus deiner verfügbaren Zeit heraus.

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Quellen

Wissenschaftliche und offizielle Quellen

Wo die Studienlage schwach oder widersprüchlich ist, wurde dies im Text ausdrücklich kenntlich gemacht. Trainingspraktische Ableitungen sind als PMP-Einordnung zu verstehen.

  1. Fernández-Peña E et al. Acute and chronic effects of training with a fixed gear on pedaling technique. Journal of Science and Cycling. DOI
  2. Dunst AK, Hesse C, Ueberschär O. 2024. Understanding optimal cadence dynamics: a systematic analysis of the power-velocity relationship in track cyclists with increasing exercise intensity. DOI
  3. Dorel S et al. 2005. Torque and power-velocity relationships in cycling: relevance to track sprint performance in world-class cyclists. DOI
  4. Rodríguez-Rielves V, Barranco-Gil D, Buendía-Romero Á, et al. 2024. Torque–Cadence Profile and Maximal Dynamic Force in Cyclists: A Novel Approach. Sensors 24(6):1997. DOI
  5. Leirdal S, Ettema G. 2011. The relationship between cadence, pedalling technique and gross efficiency in cycling. PubMed
  6. Stebbins CL, Moore JL, Casazza GA. 2014. Effects of cadence on aerobic capacity following a prolonged, varied intensity cycling trial. PubMed
  7. Blake OM, Wakeling JM. 2015. Muscle coordination limits efficiency and power output of human limb movement under a wide range of mechanical demands. PubMed
  8. Kristoffersen M et al. 2014. Low cadence interval training at moderate intensity does not improve cycling performance in highly trained veteran cyclists. DOI
  9. Hebisz R, Hebisz P. 2024. Greater improvement in aerobic capacity after a polarized training program including cycling interval training at low cadence. DOI
  10. de Pablos R et al. 2026. The Role of Pedaling Intensity During Torque Training in Cyclists. DOI
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